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GRV

Gesundheitsreformversagen

H O M E.
SITUATION.
INFORMATION.
LÖSUNGEN.
POLITIK.
DISKUSSION.

Zum Gesundheitswesen

 

Die Aufbaugeneration hat nach dem 2. Weltkrieg großartige Grundlagen für den Aufbau der Bundesrepublik geleistet. Mit der wachsenden Wirtschaftskraft in den 60er und 70er Jahren ist auch die Finanzierungsmöglichkeit für das Gesundheitswesen stetig gewachsen. Die medizinischen Fortschritte waren durch die finanzielle Ausstattung des Gesundheitswesens der gesamten Bevölkerung gleichermaßen zugänglich, unabhängig von der jeweiligen Einkommenshöhe.

 

Ein wachsender medizinischer Fortschritt, mit zunehmenden Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten, bei gleichzeitig wachsender Nachfrage nach medizinischer Versorgung durch die Bevölkerung und der damit verbundenen wachsenden Anzahl an Gesundheitseinrichtungen und Medizinern führten zu einem Anstieg der Ausgaben für Gesundheit.

 

Trotz eines Anstieges der Gesamtausgaben für das Gesundheitswesen ist das Verhältnis zwischen Lohn-Einkommen und Gesundheitsausgaben über die Jahrzehnte relativ stabil geblieben.

 

Erst nach wirtschaftlichen Krisen der achtziger Jahre und der daraufhin verbreiteten Erkenntnis, dass die Produktionskosten in der Bundesrepublik im Vergleich zu denen in anderen Teilen in der Welt zu hoch seien, setzte sich die Meinung durch die für Arbeitgeber unglückliche Beteiligung an den Sozialbeiträgen (u. Kassenbeiträgen) dafür verantwortlich zu machen. Das Argument der zu hohen Lohnnebenkosten trat damals in das Zentrum der Aufmerksamkeit.

Der Wunsch nach Einsparung der Lohnnebenkosten rückte in den Mittelpunkt der wirtschaftlichen Diskussionen. Um die damit verbundenen Kürzungen an Leistungen zu verbergen, musste als zustimmungswürdiges und mehrheitsfähiges Argument die Behauptung aufgestellt werden, dass im Gesundheitswesen eine Explosion der Kosten stattgefunden hatte – die einmal entdeckt, bekämpft werden musste. Das Ergebnis lässt sich heute als eine Reihe von Maßnahmen auflisten die alle mit der Rücknahme von medizinischen Leistungen,  Errungenschaften der Aufbaugenerationen, verbunden waren.

Gleichzeitig wurde aus den Reihen der Bürokraten ein neuer

Berufszweig geschaffen. Gesundheitsökonomen und Berater,

darunter gescheiterte Ärzte, die auf der Suche nach einem neuen Sinn zu Anhängern des pseudowissenschaftlichen Kreises - des „Public Health“ wurden,  die sich als „Visionäre“ sehen - quasi die Gurus einer neue Sekte im Gesundheitswesen. Es sind häufig Menschen die ihre Aufgaben nicht im produktiven Bereich sondern im Verwalten selbst gestellter Aufgaben sehen. Da sie selbst keine Werte schöpfen und im Prinzip selbst nur Kosten produzieren, legitimieren sie ihr Dasein durch wichtige Einsparungen auf Kosten der arbeitenden und wertschöpfenden Bevölkerung.

Für die Berater selbst ist es eine der wichtigsten Aufgaben gewesen, ständig neue Krisen zu entdecken für deren Lösung nur sie wiederum zuständig seien.

 

So ist es kein Zufall, dass ein an sich funktionierendes Gesundheitssystem regelmäßig als „in die Krise gekommen“ diffamiert worden ist. Die Ausgaben seien zu hoch, zu viele Leistungsträger, zu teuer, von schlechter Qualität. Wer hat nicht schon diese Argumente gehört? Die Steuerung, das Verwalten, reformieren und manipulieren ist für diese Gruppe zu einer lukrativen Lebensaufgabe geworden – eine große Verantwortung tragen sie nicht, lange Zeit ließ sich auch nicht ermessen was sie tatsächlich leisten oder eben auch nicht leisten. Die Arbeit machen im Gesundheitssystem auch andere, ganz ohne das Zutun der Verwalter und Berater. Die Arbeit der Berater-Experten findet im Verborgenen statt. Man findet sie als strebsame Wasserträger im Schatten von bekannten Persönlichkeiten, sie bewegen sich an den Schnittstellen zwischen Politik und Gesundheitsindustrie, der sie emsig und gezielt zuarbeiten.

Die Leidtragenden der Krisenbewältigungspolitik sind die Schwächsten, die Kranken, die Behinderten, die Älteren. Menschen die einen unkomplizierten Zugang zur ärztlichen Versorgung wünschen, sind mit dieser Politik Stück für Stück um den Luxus einer medizinischen Versorgung auf modernstem Stand der Forschung beraubt worden.

Heute steht ihnen nur noch, so steht es sogar im Gesetz (SGB V), das Wirtschaftlichste (das Billigste), das Maß des Notwendigen nicht übersteigende (das Geringste) zu, sie haben sich mit dem Zweckmäßigen und dem gerade Ausreichenden zufrieden zu geben.

Das ist das Ergebnis der Sparpolitik im Gesundheitswesen der letzten 25 Jahre.

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