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GRV

Gesundheitsreformversagen

H O M E.
SITUATION.
INFORMATION.
LÖSUNGEN.
POLITIK.
DISKUSSION.

Die Honorarlüge

 

Obwohl in den Medien über eine 10%-ige Honorarerhöhung der Ärzte berichtet wurde, steht den meisten Facharztpraxen eine dramatische Honorareinbuße von 30-50% bevor. Ab dem 1. Januar 2009 wurde jeder Praxis ein sogenanntes Regelleistungsvolumen (RLV) für die medizinische Grundversorgung von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein zugeteilt. Ab diesem Tag erhält ein Facharzt je nach Fachrichtung für die komplette Diagnostik und Behandlung eines Kassenpatienten für ein gesamtes Quartal (12-13 Wochen) unabhängig von der Anzahl der Besuche oder der Schwere der Behandlung nachstehende Pauschalen:

Mit nur 1 Untersuchung ist dieses Budget in aller Regel mehr als verbraucht. Kosten, die für Materialien und Gerätewartungen entstehen

sowie Miete und Gehälter, sind nicht berücksichtigt.

Ihre Krankenkasse erwartet von uns, alle weiteren Leistungen (z.B. Sachgemäße Diagnostik, Ultraschall, Behandlung, Hausbesuche, Chemotherapie, Wundversorgung, Gipsanlage, Injektionen und vieles mehr) umsonst zu erbringen.

Sie werden sicher verstehen, dass unter diesen Bedingungen mit derartig niedrigen Pauschalbeträgen eine medizinisch erforderliche, ausreichende, angemessene und sinnvolle Diagnostik und Therapie nicht mehr möglich ist.
Die Einnahmen aus der kassenärztlichen Tätigkeit werden in Zukunft nicht einmal mehr die Unkosten der Praxis decken.
Gerade Facharztpraxen garantieren bislang zahlreiche Arbeitsplätze, die dadurch gefährdet sind. Ständige Investitionen in modernste Technologie werden nicht mehr möglich sein. Die in Nordrhein-Westfalen auf höchstem Niveau stehende fachärztliche Versorgung wird unter diesen Voraussetzungen nicht mehr zu garantieren sein. Sie müssten eine drastische Leistungseinschränkung mit Qualitätseinbußen und erheblichen Wartezeiten in Kauf nehmen.

Wir werden Sie im Rahmen der vom System vorgegebenen Möglichkeiten auch im Jahr 2009 so gut wie irgend möglich behandeln. Wir werden aber in einen Dialog über die pro Quartal machbaren Leistungen mit Ihnen eintreten müssen, damit die ambulante fachärztliche Versorgung weiterhin bestehen bleiben kann.
Bekanntmachung.

Umsatz pro Patient / Quartal (all inclusive)

1. Quartal

2. Quartal

3. Quartal

Durchschnittliche Patientenzahl pro Praxis: 600-1100 pro Quartal

Arztgruppe

Fallwert

Fallwert

Fallwert

Allgemeinmedizin (hausärztl. Versorgung)

35,68

34,26

 

Kinder- und Jugendmedizin ohne Schwerpunkt

29,93

29,03

 

Anästhesiologie

34,41

19,37

13,82

Augenheilkunde

21,42

18,19

18,97

Chirurgie, Plastische Chirurgie und Kinderchirurgie

30,88

25,96

28,78

Gefässchirurgie

44,25

36,55

28,78

Frauenheilkunde

15,96

13,81

14,51

Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde

30,62

26,79

28,40

Haut- und Geschlechtskrankheiten

19,31

15,78

15,69

Innere Medizin ohne Schwerpunkt

38,85

34,26

41,60

Gastroenterologie

42,88

34,14

36,26

Hämato- / Onkologie

55,14

43,51

 

Kardiologie

64,37

54,89

64,11

Pneumologie (Lungenheilkunde)

48,10

39,36

40,92

Rheumatologie

36,69

31,26

38,33

Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

11,91

 

 

Neurologie

53,34

43,27

43,10

Nervenheilkunde

43,84

39,29

31,85

Orthopädie / Orthopädie und Unfallchirurgie

30,11

25,50

26,49

Psychiatrie und Psychotherapie

48,76

40,70

12,44 / 22,12

Radiologie / Strahlentherapie ohne CT und MRT

28,15

20,44

24,95

Radiologie / Strahlentherapie mit CT

38,00

35,91

44,66

Radiologie / Strahlentherapie mit MRT

76,22

61,40

67,72

Radiologie / Strahlentherapie mit CT und MRT

76,22

61,40

67,72

Urologie

26,05

22,10

22,92

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